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Würzburg (Unterfranken)

Brauhaus Würzburg - seit 1989

Burkarder Str. 2-4
97082 Würzburg
Tel.: 0931 / 43159


Email info@brauhausbar.de
Internet www.brauhaus-wuerzburg.de


Würzburger Hofbräu - seit 1643

Höchberger Str. 28
97082 Würzburg
Tel.: 0931 / 4109-0

Kiliani-Volksfest Anfang bis Mitte Juli
Brauereifest Mitte September

Email info@wuerzburger-hofbraeu.de
Internet www.wuerzburger-hofbraeu.de

Die Würzburger Hofbräu ist heute die einzige große Braustätte im Stadtgebiet und eines der ältesten Würzburger Unternehmen. Sie wurde 1643 gegründet und seitdem kontinuierlich erweitert.

Gründung
Die Brauerei wurde 1643 unter der Regierung des Würzburger Fürstbischofs Johann Philipp von Schönborn gegründet. Er forderte den Stadtrat dazu auf, im städtischen Brauhaus - dem Pleidenhaus - auf dem Graben in der Juliuspromenade eine bessere Einrichtung zum Bierbrauen zu schaffen, nachdem bis dahin kein qualitativ gutes Bier in Würzburg gebraut wurde. Selbst die Ratsschenke (Domstraße 7) schenkte zu dieser Zeit nur fremde Biere an die Gäste aus. Der Fürstbischof wollte mit dem Bier außerdem die schwedischen Truppen besänftigen, die zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges nahezu alle Weinvorräte aufgebraucht hatten. Der Stadtrat sah jedoch kein Handlungsbedarf, da zu dieser Zeit nur eine Minderheit der Bevölkerung (das gegenüber dem Wein teurere) Bier trank, so dass der Fürstbischof selbst ein fürstliches Hofbräuhaus im alten Pleidenhaus eröffnete. Das Bier wurde hauptsächlich für die Hofhaltung und das Militär gebraut, wurde dann letztendlich aber auch in der städtischen Ratsschenke ausgeschenkt. Eine Maß helles Bier kostete 8 Pfennig, das dunkle Bier war mit 5 Pfennig etwas billiger.

Umzug in das Mainviertel
1734 zog das Brauhaus laut T. Memminger in das durch Balthasar Neumann zur Brauerei umgebaute fürstliche Waschhaus in die Erste Schloßgasse 3 (heutige Tellsteige) um. J. Lusin gibt für diesen Umzug das Jahr 1737 an und berichtet von den hohen, das Mainviertel zu dieser Zeit prägenden Schlöte. Die Königliche Brauerei, wie sich die Würzburger Hofbräu im 19. Jahrhundert benennen konnte, wurde als beträchtliche Einnahmequelle auch von den nachfolgenden Fürstbischöfen gerne getragen. 1793 bis 1795 wurde die Braustätte vergrößert, um der gestiegenen Nachfrage gerecht zu werden. Von 1802 bis zum 1. Juli 1863 war die bayerische Regierung staatlicher Eigentümer des Hofbräuhauses und verpachtete dieses.
Eröffnung des heutigen Standorts und Expansion
Das Brauhaus warf jedoch keinen Gewinn ab und wurde deshalb am 1. Juli 1863 an den Bierbrauer Matthias Mäx verkauft. 1873 übernahm Henry T. Böttinger die Brauerei und brachte das Brauhaus wirtschaftlich voran. 1876 eröffnete Böttinger deshalb am heutigen Standort in der ehemaligen Höchbergerlandstraße 6 (heute Höchberger Straße) die Brauerei neu - in der Ersten Schloßgasse befand sich dann nur noch die Mälzerei. Zusätzlich wurde 1884 die im Mainviertel beheimatete Brauerei Bauch (Gebrüder Bauch) übernommen, die fortan als zweite Mälzerei und Gastwirtschaft („Zum Stadtkeller“) in der Zeller Straße diente. Ab 1882 hieß die Brauerei dann Brauhaus AG (nicht zu verwechseln mit dem heutigen Brauhaus - dies hat eine eigene Geschichte) und wurde 1934 umbenannt in Würzburger Hofbräu AG. Im 19. Jahrhundert erfreute sich das Bier zunehmender Beliebtheit und auch in Würzburg wurde bei Missernten im Weinbau zunehmend Bier getrunken. Deutschlandweit wurde das Bier verkauft - selbst an der Reeperbahn in Hamburg und auf diversen Passagierschiffen wurde Würzburger Hofbräu ausgeschenkt: Man bekam es in allen Speisewagen der Mitropa, auf den Schnelldampfern der Reederei Norddeutsche Lloyd (NDL), der Hamburg-Amerika-Linie (Hamburg-Amerikanische Packetfahrt-Actien-Gesellschaft HAPAG) und der United States Lines (USL) sowie auf den Schiffen der Baltimore Mail Line. Als eine der ersten deutschen Brauereien exportierte die Würzburger Hofbräu 1887 (möglicherweise auch schon 1882) in die USA: August Luchow aus New York bezog für sein namenhaftes Restaurant das erste Würzburger Bier - ihm schlossen sich zahlreiche weitere Gastronome über die Vereinigten Staaten verteilt an. 35.000 Barrel (entspricht über vier Millionen Liter) wurden zu dieser Zeit in die USA exportiert. Die Würzburger Hofbräu AG wuchs zu einem internationalen Unternehmen heran. Die Brauereiprodukte werden aktuell in die USA, nach Italien und nach Japan exportiert. 1993 wurde im Zuge des 350-Jährigen Bestehens eine umfangreiche technische Modernisierung durchgeführt, die 2011 mit einem zeitgemäßen Läuterbottich fortgeführt wurde.

Übernahme durch die Kulmbacher Brauerei AG
2005 wurde die Würzburger Hofbräu von der Kulmbacher Brauerei Aktien-Gesellschaft übernommen: Hauptaktionär August Baron von Finck verkaufte sein 90,7 % Aktienpaket für 375 EUR an die Kulmbacher Brauerei AG. Diese erwarb wiederum auf dem freien Markt weitere Aktienanteile und erlangte dadurch 96,84% aller Wertpapiere. Darauffolgend führte Kulmbacher einen „Squeeze Out“ durch: Hierbei mussten alle Kleinaktionäre ihre Aktien gegen eine Ablösesumme abgeben. Die Würzburger Hofbräu wurde somit trotz Widerwillen der Kleinaktionäre hundertprozentige Tochtergesellschaft der Kulmbacher Brauerei AG. Die Kulmbacher Brauerei AG ist wiederum Teil des Giganten Brau Holding International GmbH & Co. KGaA (Joint Venture der Schörghuber Unternehmensgruppe). Bis zum 30. April 2008 hatte die Würzburger Hofbräu noch die Rechtsform Aktiengesellschaft - es folgte schließlich eine Umwandlung in eine GmbH. Innerhalb der Kulmbacher Brauerei AG wird diese GmbH wiederum zusammen mit der Keiler Bier GmbH als Würzburger Hofbräu Gruppe bezeichnet.
http://wuerzburgwiki.de